Auto, Motor … Sport ?!?
Wir haben Winter. Tatsächlich. Das ist auch gar nicht mal so überraschend, denn Ende November sollte man normalerweise ja auch mit so was rechnen. Das jetzt Winter ist, wusste wohl auch der Mexikaner und hat sich ölend in die Garage verzogen.
Feigling! Bis meine unglaublichen mechanisches Fähigkeiten im Zusammenspiel mit meinem gar unendlichen Wissen was Käfermotoren angeht ihm wieder zu absoluter Dichte verhelfen, muss wohl oder übel der 65er herhalten. Wunderbar. Durchgerostete Wärmetauscher in Kombination mit fehlenden Heizungszügen und 20 Jahre alten Sommerreifen sind die besten Voraussetzungen um ein optimales Winterauto abzugeben. Anschauliches Beispiel?
Klar. Mittwoch Abends, halb 9 in Deutschland. “Ich muss mal noch kurz weg, kann ich dein Auto haben?” trügerisches Schweigen mütterlicherseits. “Und deins Paps?” “Nö, du hast genau gewusst auf was du dich einlässt als du dir nen Käfer gekauft hast” Ach, Eltern können grausam sein. Einen Winter-Käferfahrer in freier Wildbahn erkennt man meistens an folgenden Details: Rollkragenpullover, Snowboardjacke, Handschuhe und einem Gesichtsausdruck irgendwo zwischen Optimismus und Verzweiflung. Scheibenkratzen ist angesagt, ne Garage war im Budget leider nicht drin. Im Warmen räkeln sich lieber Mutters Z3 und Vaters Kombi. Ungerecht so was, jawohl! Also reinsetzen, 60er Jahre Kunstledersitze sind arschkalt. Motor anlassen, kommt sofort, Käfer halt. Nach 10 Metern Fahrt sind die mühevoll freigekratzten Scheiben wieder angelaufen und ich kann nicht genau erkennen ob das Ding da vorne Nachbars Weihnachtsbeleuchtung oder ein entgegenkommendes Auto ist. Käse, so geht´s also nicht. Jackenärmel nehmen, wischen, fahren, wischen, fahren … Schnauze voll! Scheiben runter, ist drinnen eh genauso kalt wie draußen. Ah, so geht’s. Freier Durchblick in alle Richtungen und Schneeflocken wehen um meine Nase. Unglaublich cool … äh… kalt. Rechts abbiegen, vorbei an der Dönerbude und ein erster zäher Bremsversuch vorm Kreisverkehr. Jaja, Sommerreifen. Ok, erster Gang, ruckeln, bisschen mit den Reifen kratzen und wir setzten uns in Bewegung. Zweiter Gang, Gas und … Moment … der Arsch kommt rum. Geil! Bisschen mehr Gas, Gegenlenken, *harhar* es klappt. Walter Röhrl hier ist dein Nachfolger! So fährt man Auto. Ungläubige Blicke seitens der polofahrenden Dönergesellschaft. Tja, Heckantrieb, Jungs!. Meine Laune bessert sich Zusehens. Sie besserte sich exakt solange, bis auf dem letzten Stückchen hoch zur Hütte (ein entlegenes Häuschen, mit Ofen, voller kartenspielender & biertrinkender Kumpels) nichts mehr vorwärtsging. Nüja, selbst ausgeklügelte Ingenieurskunst ist machtlos gegen alte Sommerreifen und ungeräumte Feldwege. Egal, hat Spaß gemacht. Würde hier in Deutschland jetzt nicht so was wie Salz gestreut, wäre der 65er echt ne Überlegung wert. So wie’s jetzt aussieht schreit die ganze Sache aber stark nach Winterauto. Hat gerade jemand was da … so auf … 400 Euro Basis?



