
Moment … wo sind wir? Was machen wir hier? Und wieso liegen 2 Bieber im gleichen Bett? Fragen über Fragen, bis sich ein fröhlich sarkastisches “Guten Morgen Kinners” den Weg durch unsere Gehörgänge bahnte und uns ein erstes wiederwilliges Augenblinzeln entlockte. Olaf A. steckt seinen Kopf durch den Türrahmen und steht in Punkto Frische einem Duftbäumchen in nichts nach. Nach einem kurzen Blick durch’s Zimmer steht schnell fest, dass wir uns hier nicht in heimischen Gefilden aufhalten. Genauer gesagt ist es Samstagmorgen halb 12 und wir sind in … Düsseldorf und stinken wie reudige Iltisse.
“Hoschy, wo sind wir hier” “…Blumen sind schön….” “Und was machen wir hier?” “…und mein Lieblingsbuch ist grün…” “Hoschy, VERDAMMT!! WAS HABEN WIR GESTERN GETRIEBEN???” “Gna, keine Ahnung Junge, schau halt auf der Digicam nach…”
Als wir, von unserem Kater getrieben, die Digicam anmachten, spulten sich die vergangenen Stunden noch einmal wie ein Film in unseren Köpfen ab. Langsam fiel uns alles wieder ein…
Der Anfang vom Ende…
Alles stand bereit für das Highlight der SBKW (erfahrene Speedbieber-Leser wissen Bescheid)
und da Hosch auch noch eine Stunde früher von seinem völlig unterbezahlten Ferienjob flüchten konnte,
hätten wir auch eine Stunde früher von unserem selbstgerechten Mistkaff in Richtung Ruhrpott aufbrechen können. Dieses ambitionierte Vorhaben scheiterte jedoch kläglich an der Tatsache, dass Elch 5 Minuten vor 11 Uhr noch nicht mal geduscht war.
Egal, unsere Ziele waren klar. Man hatte sogar extra ein Autobahnschild für uns aufgehängt das unser Vorhaben eigentlich ziemlich gut verdeutlicht. (Trier und Koblenz sind keine Städte!):

Dank der üblichen spritsparenden Fahrweise pendelte sich der Verbrauch des 6 Zylinders bei genügsamen 13 Litern feinstem Super auf 100 Kilometern ein. Tanke gesucht, gefunden, 70 Euro dagelassen und dafür 2
Päckchen Koffein-Bombons geschenkt bekommen. Mit der so gewonnenen Energie konnten wir jetzt zwar doppelt so schnell reden aber dank unzähliger Baustellen nur halb so schnell fahren.

500km in 3 Stunden waren unter den Umständen verständlicherweise nicht zu schaffen und so mußten wir unseren ersten Käfer-Besichtigungstermin in Bonn schweren Herzens absagen da schon um 17:00 Uhr der nächste Käfer in Köln auf uns wartete.
Aus dem Vollen gespachtelt…
>> HIER GAB´S MAL EIN BILD … LEIDER ZENSIERT <<
Da stand er also vor uns, ein Ovali von 1957. Aus der Entfernung sah er aus wie frisch vom Fließband und auch der Motor sprang sofort an und lief absolut rund. Die Innenausstattung und der Himmel präsentierten sich frisch bezogen und auch die orginale Blumenvase hatte ihren Platz im Handschuhfach. Lediglich die Tatsache, dass der Teppich mit Hilfe von 28.174 kleinen Blechschrauben in Position gehalten wurde stimmte uns nachdenklich. Auch dieses komische weiße Zeug das unter der Rückbank von den Innenkotflügeln abbröselte brachte uns noch nicht aus der Fassung. Lediglich als sich durch Zufall herausstellte das dieser
>> ZENSIERT <<
Wie wir darauf kommen? Ihr erinnert euch noch an die Blumenvase im Handschuhfach? Gut, denn an diesem Ding klebten nämlich zwei frische TÜV-Berichte. Der letzte und (jetzt wird`s interessant) der Vorletzte. Nun, der letzte TÜV-Bericht des Wagens hörte sich ja gar nicht so schlecht an. Die einseitig ziehende Handbremse und der leichte Flugrost am Unterboden hinderten die GTÜ nicht daran ihm eine neue Plakette zu erteilen. Lediglich der TÜV-Bericht des TÜV-Rheinland der 2 Wochen vorher erstellt wurde, enthielt einige prickelnde Details über das Privatleben dieses kleinen armen Krabbeltiers.
Mit einer billigen Verkaufslackierung ausgestattet und mal eben über den TÜV gespachtelt wartet es in einer Verkaufshalle eines Oldtimer-Autohauses auf ahnungslose Ebay-Käufer. Für alle Interessenten hier der wunderschöne HU-Bericht des TÜV-Rheinlands:
>> AUCH DER LINK ZUM TÜV BERICHT … ZENSIERT <<
Zu dieser bodenlosen Frechheit und dem Verkäufer möchten wir eigentlich nur noch eines sagen: “Alter, du bist sogar zum Betrügen zu blöd!”
Gestatten, mein Name ist Olaf A.
Nachdem wir uns mit einem freundlichen Grinsen von diesem Betrüger davon geschlichen haben, brachen wir hektisch zu unserer letzten Etappe auf. “Der Schreibtisch des Ruhrpotts” aka. Düsseldorf sollte unser letztes Ziel des Tages werden.
Kandidat Nummer 2 ist ein grüner 63er dessen Besitzer Olaf mit Nachnamen Albers heisst. Mancher mag das folgende Objekt der Begierde bestimmt schon mal gesehen haben:

Da es schon dunkel war als wir an seinem Domizil ankamen sahen wir leider an diesem Tag nicht mehr so arg viel von diesem tollen Krabbler.
Macht aber nix, zum Käferkaufen suchen sich Bieber natürlich Tage aus an denen am Ort des Geschehens US Car-Treffen vor dem Burger King stattfinden. Also nicht lange rumgestanden bzw. gefroren. Hoschy musste selbstverständlich nur im T-Shirt nach Düsseldorf reisen. Ein BurgerKing Vogelgrippen Tendercrisp mit Triple Cheese, Pommes mit Majo und großer Coke erwärmte jedoch die Seelen.
Apropos Seele erwärmen… haben wir schon erwähnt, dass Olaf und seine Kollegen natürlich mit einem Opel Diplomat 5,4 V8 zu diesem Treffen brabbelten? Unsere Freudenschreie über diese Kalesche glich einem Orgasmus. Und was uns dort erwartete war ebenfalls nur vom Feinsten. Leider hat es Hoschy nicht geschafft ein scharfes oder ausreichend helles Bild von dem bunten US-Treiben auf dem Parkplatz zu machen. Trotzdem gibts hier zwei Bilder die mehr als 1000 Worte sagen:


I´m a Pigeon! I`m a Pigeon!
So, wir waren also Freitag Abends in Düsseldorf. Es war zu dunkel um einen Käfer vernünftig unter die Lupe nehmen zu können und auch für scharfe V8-Fotos hat`s nicht gereicht. Was also tun mit einem angebrochenen Abend in der Großstadt? Richtig! Man geht mit seinem Autoverkäufer und dessen Kumpels auf eine Party in einer alten stillgelegten Frauenklinik und schüttet sich schonmal auf dem Weg dahin mit bestem Tankstellen-Becks die Birne weg.

Ganz Rechts findet ihr den altbekannten Dr.Elch, bestimmt vertieft in ein wichtiges Verhandlungsgespräch mit dem neben ihm stehenden Traumverkäufer Olaf. Doch wer zum Teufel ist der langhaarige Linke im Bild ?
Dieser Mann ist garantiert das Wahrzeichen von Düsseldorf. Ein waschechter Local Hero! Dass er einen alten BMW 1802 fährt, der nicht ausgeht wenn man den Zündschlüssel abzieht, sei nur eine Randnotiz. Seine Technik eine Bierflasche zu Öffnen übertrifft jeden Zirkusartisten, seine Sprüche sind ganz klar die Besten seit langem und dass er schon so drauf war bevor er vor 6 Monaten zum Ersten Mal Alkohol getrunken hat zeugt von einer Lichtgestalt die eigentlich nur supercool ist.
Egal. Nachdem wir endlich das ganze Tankstellenbier vernichtet haben und auch keiner mehr Lust hatte mit den Vorkriegsfahrrädern zur Tanke zu fahren entschlossen wir uns tatsächlich die 3 Euro Eintritt zu dieser Party zu zahlen. Wir machten uns erst mal mit der Location vertraut. Die erste Erkenntnis war: Viele kleine Räume und überall gerammelt voll. Geile Party eben. Achja die Klos waren übrigens gemischt. Also eine Schüssel für alle. Super Sache.

Mal ehrlich, wer würde bei diesem Mann keinen Käfer kaufen?

Eigenwerbung stinkt!
Im Endeffekt kann man also sagen, wir waren alle ziemlich dicht. Weil natürlich auch der Fahrer ziemlich dicht war, mußten wir zum Glück nur durch halb Düsseldorf an den Hauptbahnhof laufen um noch mit der letzten U-Bahn schwarz zu Olafs Auto zu kommen. Der war zwar auch ziemlich betrunken, meinte aber noch fahren zu können/müssen/wollen (“Tragt mich zu meinem Auto … ich fahr uns nach Hause!”). Der Marathon durch Düsseldorf und der Döner (Halb/Halb mit allem!) hatten scheinbar schon so viel Promille abgebaut, dass wir da auch tatsächlich ankamen.
Back to reality…
Wir befinden uns wieder dort wo dieser Bericht begann, in Olafs bequemen Gästebett. Die Digicam lieferte uns eine Retrospektive der Extraklasse und half uns, uns darauf zu besinnen warum wir eigentlich nach Düsseldorf fuhren: Wir wollten die SBKW zu einem Ende führen.
Also nix wie Aufstehen, Essen und mit einem Schädel der einem Presslufthammer gleicht Olafs Käfer unter die Lupe nehmen. Nach einer Weile stand es fest:

Tatsächlich, jeder Topf findet seinen Deckel! …und Elch hat seinen nun auch endlich gefunden. Nur: Dieses grüne Etwas besitzt noch keinen Motor, da Olaf seinen gemachten 1776er nicht hergeben möchte, was ich verstehen kann. Ich brauch also noch einen anderen Motor. Wenn einer nen guten 1600er rumliegen hat: elch@speedbieber.de
Der Käfer steht nun also immer noch in Düsseldorf, doch sobald ein neue Motor in Elchs Besitz wandert geht`s richtig ab!
Die Heimfahrt bot genügend Zeit alle Taten der vergangenen Stunden noch einmal Revue passieren zu lassen. Leider können wir hier nicht alle Highlights dieser Zwei Tage mit der gewünschten Detailfülle präsentieren und so manche Erklärung und kleine Zwischenfälle fallen halt einfach unter den Tisch (z.B: Was soll die Pigeon Sache, das spontan von uns ins Leben gerufene Alfa Romeo Treffen, Frauen anmachen im Stau und was ein Edding 500 mit weissen Klinikwänden anstellen kann).
Dennoch möchten wir euch ein Motto mit auf den Weg geben, dem wir uneingeschränkt zustimmen und ebenso zustimmen und außerdem völlig Recht geben:

So. Aber nun ist Schluss. Kurz gesagt: Es ist 3 Uhr Nachts und unsere Klöten hängen vor Müdigkeit schon am Boden, gleich neben unseren Augenlidern.
Also, hang loose (nicht die Klöten sondern du), Hosch und Elch feat. Laubfrosch (Möchte-Gern-Typ 34) aka. “Ich sag´s euch Jungs, der Trüg scheint … DER TRÜG SCHEINT!!!”
Ädit: Mehr Pics vom Trip wie immer auf speedbilder.de!