Wenn man wie ich in einer Brauerei ein Praktikum macht, dann kann man recht mannigfaltige Erfahrungen machen.
Alleine die vielen Arbeitsschritte die das Bier vom Gerstenkorn bis in die Flasche hinnehmen muss lassen einen davor schaudern was erst im Studium auf einen zu kommt.
Aber gut, da ich mich seit gestern nicht mehr in diesem sogenannten Kurzfristigen Arbeitsverhältnis in der guten Wasseralfinger Brauerei befinde kann ich mich nun endlich wieder als freier Mensch in einer komplexen Gesellschaft bezeichnen.
Frei von launigen Mitarbeitern, einem Ferienarbeiter der Täglich mehr Scheisst als das Bruttosozialprodukt der Sahelzone hergeben würde, einem Gebelstaplerfahrer den wirklich jeden und alles auf die Palme gebracht hat (“WER HAT DEN SCHEIß AUFKLEBER AUF MEINEN GABELSTABLER DRAUFGEMACHT??? DEN BRING ICH UM!!!”).
Aber auch die super verlängerten Pausen (Eine Pause die 30 Minuten geht, dauert mindestens 45 Minuten um diese rumzubringen), Einem Braumeister der täglich nur 1 Stunde und 14 Minuten effektive Arbeitszeit hat und den Rest nur pfeifend durch den Betrieb schlendert, das die ganze Zeit erhältliche Freibier und natürlich Läuterbottich putzen, das ist eine Erfahrung für sich, die sollte jeder mal gemacht haben.
Spaß hat mir das ganze trotzdem gemacht und interessanter als alle vorigen Nebenjobs wars alle mal. Ich bin mir also weiterhin sicher, dass Brauwesen genau meine Richtung ist.
Wenn da die liebe gute alte ach so wichtige und unverzichtbare Bundeswehr nicht wäre…
Kennt ihr das Gefühl ihr macht was für Freitag abend aus, so was wie die Party des Jahrhunderts oder so? Ihr habt schon alles geplant, euch gestyled, seid gut Drauf und wollt gerade aus dem Haus gehen, da ruft einem die Mutter hinterher du muss ihr nun beim Abspülen und anschließend beim Renovieren helfen?
So verhält sich die Bundeswehr auch. Man sucht sich einen Studienplatz, eine Wohnung, macht alle Sachen fertig die man braucht, geht 6 Wochen lang Praktikum machen nur um dann nicht mal einen Monat vor der Immatrikulation einen Brief zu erhalten:
“Na junge, kommt doch mal am 1.10. zu uns nach Gerolstein. Tolle Truppe, Tolle Märsche und Ausbilder die dir Jede Sekunde in der Minute Stündlich jeden Tag auf den Sack gehen wollen. Liebe Grüße die Deppen vom Dienst aka. Kreiswehrersatzamt”
Was hätt ich für einen Luftsprung machen können als ich diesen Brief bekam. Das is so wie wenn einem die hässlichste Frau deiner Schule, Gewichtsklasse: Lastwagen, Gesichtsklasse: Quasimodo dir einen Liebesbrief schickt und es nur das Feld “JA” zum ankreuzen gibt.
Die nächste Woche werd ich mich damit jedenfalls intensivst beschäftigen ob die netten Servicemitarbeiter vom Kreiswehrersatzamt meinen Antrag auf Zurückstellung annehmen werden oder ob der sture Beamtenschimmel doch zu stark ist.
Weiterhin muss ich noch eine weitere Sache anmerken. Hat jetzt jedoch nichts mehr mit großen gleichgeschalteten Männern und Tarnuniformen zu tun sondern mit Wasser.
Das eigentlich lebensnotwendige H2O kommt in den verschiedensten Formen in unserer Natur vor. Im Meer, im Fluss, im See, im Trinkwasser und im Regen. Wasser lässt sich auch gut mit Cabrios (Offen) verbinden. Z.B. Cabrio neben See, neben Fluss, neben Meer, Trinkwasser im Cabrio trinken. Nur eines geht nicht: Cabrio neben Regen, hinter Regen, vor dem Regen usw. Es geht nur Cabrio im Regen. Am besten Cabrio über Nacht offen draussen stehen lassen während es dann irgendwann beginnt zu stürmen und man morgens unsanft von der Alarmanlage seines Autos geweckt zu werden da das Wasser langsam etwas arg in so manche Ritze geflossen ist.
Autoputzen hat für mich heute jedenfalls eine neue Gestalt angenommen. Wayne. Nu is wieder fast alles trocken. Glück gehabt. Wenigstens ein wenig.