Vertrau mir…
„Vertrau mir, Eberhardt“ Was hab ich mir eigentlich bei dem Satz gedacht ? Hm … bestimmt so was wie „Zweifelst du etwa an meinem unendlichen Können, Eberhardt“, „Meiner ist garantiert größer, Eberhardt“ oder einfach „Fick dich … Eberhardt“. Natürlich, wie kann der Mann es auch nur wagen den Bruchteil einer Sekunde daran zu zweifeln das es ich, ich der Aushilf´s-Bauhof-Möchtegern-Ferienarbeiter-Azubi und Ex-Abiturient Michael Abele schaffe, einen 4 m LKW auf einem 2m Feldweg zu wenden. „Gnmja“ Spricht´s und zieht von dannen. So …. endlich allein, allein mit mir, Manni dem 1-Öre-Jobber und dem Traum meiner schlaflosen Nächte ( … bis vor kurzem … hallo, Mareike ). Eine Ford Transit Pritsche, von mir liebevoll Transe genannt, mit mehr Rost als Farbe und einem bärenstarkem 60 PS Diesel dem die 2,4 Tonnen Lebendgewicht lachend entgegenwinken. Aber das ist jetzt alles egal, ich hab den Schlüssel in meiner Hand, den Fahrtwind in meinen Haaren, ich habe die Macht … die Macht 2,4 Tonnen quer auf dem Feldweg stehend im Graben zu versenken. Wer lacht da ? Achja … Manni … du du … Nuß! Geschafft, nicht´s geht mehr. 6 zwecklose Befreiungsversuche später geht zwar immer noch nicht´s, dafür hab ich den Abdruck eines 10er Rohres im Gesicht und die neue Aspahltdecke ein Loch. „Eberhaaaardt … ich hab Prooobleeeeem!!!“ Zwecklos …Eberhardt begibt sich hochkonzentriert Radladerfahrend auf den Heimweg und hört mal wieder nicht´s, dabei sind wir ihm doch gerade erst 1km hinterhergerannt … bergab. Neue Position, Weilerstoffel. Transe steht 1km höher auf dem Stuifen. Egal, was sagte Manni noch zu mir bevor wir losgerannt sind, ich glaub es klang so ähnlich wie „Hast du auch dein Handy mitgenommen ?“ … „Vertrau mir Manni“.
Nein, habe ich natürlich nicht! Das ist so offensichtlich, stimmt´s ? So Verdient man sich Respekt auf´m Bauhof, genau so. In Manni´s Ansehensliste teile ich mir nun den letzten Platz mit Herrn Müller, der es geschafft hat sich beim Rasenmähen ne 3fache Rippenprellung zuzuziehen und Nacktschnecken. Hochgelatscht, Chef angerufen, man(n) fand das ja unnötig noch irgendwelche andern Nummern einzuspeichern. „Was gibt´s ?“ … „Ich habe da ein äh kleines Problem“ … „Mal wieder“ … „ Ich hab die Transe ääähm Transit festgefahren“ … „Wo ?“ … „Auf dem Stuifen“ … „Wie ?“ …. „Ja öhm so quer würd ich sagen“ … „QUER ?!?“ … „Ja so eigentlich nur ein kleines bischen so“ … „Ich bin gleich da“. Er war auch in gleich 25 Minuten da. Das Warten verlief irgendwo auf dem schmalen Grat zwischen Lachkrampf und Todesangst. Dagegen klappte das Rausziehen schon fast problemlos … wenn da nicht etwas fehlen würde. Ja stimmt, irgendwas ist anderst … fehlt da nicht, ja hatten wir nicht mal so was wie ne Stoßstange ? Gnn … komm gib´s mir Schicksal, wenn schon denn schon, was ? Ab jetzt ist die Pritsche gelb, rostbraun, silber. Silber wie Panzertape. Fand sich halt kein Stück Metall das noch soviel Halt hätte aufweisen können um sie wieder ranzuschrauben. Ich glaube ich werde C. by Hoschy draufschreiben, mit Edding, das kommt bestimmt gut.


