KGL-Woche…
Der Mensch macht Fehler, der Mensch macht oft Fehler und der Mensch lernt aus Fehlern….sollte man meinen. Es gibt jedoch Fehler im leben eines Menschen, oder in diesem Fall Schülers, die macht man immer wieder. Und der mit Abstand häufigste Fehler eures Lebens beginnt mit “Morgen ist ja auch noch ein Tag…..”. Darauf folgt dann meistens ein “Hätte ich bloß…”.
Ich hab diese Sätze in der letzten Zeit definitiv zu oft gehört, und das kann nur eines bedeuten, es war …
KGL-Woche !!
Was KGL genau heißt, weiß eigentlich keiner. Vereinzelt trifft man auf desorientierte Menschen die das ALF oder GFS schimpfen. Nun, was ist das eigentlich, eine KGL-Woche.
Aus der realitätsfremden Sicht unserer Bildungsbeauftragten, die glaub ich eh kiffen, sollte das so Ablaufen. Ich, also der Schüler, erhält am Montag in einem ausgeklügelten und absolut reibungslos verlaufendem Losverfahren ein Thema, am besten eins seiner Wahl, und beschäftigt sich dann mit einem Partner, am besten auch seiner Wahl, intensiv 4 Tage lang mit dem Stoff, um ihn dann am Freitag in einer Präsentation ( mit schriftlicher Ausarbeitung ) den jeweiligen Fachlehrern vorzutragen. So, dass war wie gesagt die Sicht eines kiffenden, realitätsfremden Bildungsbeaftragten der irgendwo im Oberschulamt auf den Flur kackt. Die Realität sieht anders aus.
(Anm.d.Red. Ähnlichkeiten mit bestimmten Personen sind rein zufälliger Natur und natürlich keinesfalls absichtlich)
Idealerweise ist man 10 Minuten vor Schulbeginn anwesend, um sich einen umfassenden Überblick über die jeweiligen Themen zu verschaffen, bespricht sich mit seinem Partner was man nimmt, und stellt sich in der Losschlange an. Unidealerweise ist dein Tank leer, dein Partner eine LosziehNiete und deine Themenvorstellung “Irgendwas mit Physik”. Punkt 1 war an dem Morgen egal, da sich das Losziehkomitee (Mister RibblNibbl und Konsorten) eh Zeit ließen, wofür auch immer. Punkt 2 war Fakt!! Nachdem Elch in einem harten Stein-Schere-Papier Wettkampf auserkoren wurde in die Lostrommel zu greifen, stellte sich das als grandioser Fehlschlag heraus. Nummer 36 von 43 ist NICHT die Wunschplazierung wenn man gern ein Thema (Punkt 3)hätte das bei jedem 2ten auf der Wunschliste steht…Elch du Niete Letztes Jahr galt wenigstens noch das “wer zuerst kommt mal zuerst”-Verfahren, aber man hatte gelernt, dass es nicht optimal war , wenn 56 Schüler probieren sich auf einmal durch eine Tür zu quetschen. Da hat man nun einmal die Nummer 36 und der einzige Trost ist, dass man über den mit der Nummer 37 lachen kann. Wie wir es am Ende tatsächlich noch schafften ein Physik-Thema zu ergattern, darauf wird nicht näher eingegangen…sagen wir mal so, es war einfach nur Glück und ein gewißtes natürliches Mißtrauen gegenüber dem Nibblman.
Es ist nun also Montag, man hatt ein Thema, und denkt sich, alle elterliche Warnungen, Ratschläge und eigene Erfahrungen ignorierend “Bloß kein Stress, noch 3 Tage Zeit…” und beschäftigt sich mit vielen lustigen Dingen die mit allem, nur nicht mit ( in unserem Fall ) Physik zu tun haben. Dienstags ändert sich das ganze eigentlich gar nicht, man schläft immer noch aus, ignoriert Ratschläge und freut sich über die eaaasy KGL-Woche.
Mittwochs sieht das etwas anderst aus…ich nenne ihn “Tag der Gewissensbisse”. Es taucht zum ersten mal das Wort “übermorgen” auf, und alles was “morgen” enthält verbreitet bei einem ein gewisses Unbehagen. Man schläft zwar immer noch aus, doch ruft in folge von schlechtem Gewissen seinen Teampartner an ( der selbstverständlich auch noch nichts gemacht hat ) und fragt ob man sich nicht mal treffen sollte. Dies wird im normalfall mit einem gelangweilten “Joa…könnten wir schon” beantwortet. Nun man trifft sich gediegen, malträtiert google, ließt hier und da was über sein Thema…schreibt ein paar wirre zeilen in Word, legt um 6 die Arbeit nieder, schmeißt den Teamkameraden raus und legt sich mit dem beruhigenden Gedanken schlafen, das man ja was getan hat. Und da kommt er, der Tag der eigentlich nie kommen dürfte, es ist DONNERSTAG!!
Da Alpträume einen quälen steht man diesmal früher auf, und benutzt verzweifelt oft die Wörter “morgen” kombiniert mit “Hätte ich doch….” Was nun folgt ist klar, und immer dasselbe. Hektisches telefonieren, versuchen die wirren Aufschriebe von gestern in verständliches Deutsch zu bringen, eine Präsentation vorbereiten, Bilder suchen, zusammenfügen, Kaffe kochen…kurzgesagt: Nachtarbeit. Seid der letzten KGL habe ich mir geschworen so etwas nie wieder tun zu müssen, und wo fand ich mich Donnerstag morgens um 5:43 ? Vor einem PC in….Elch`s Zimmer. Meine Eltern hatten uns wegen Lärmbelästigung um 12:00 Uhr rausgeschmissen und so mußten wir umziehn…hach die Familie. Aber zurück zur Nachtarbeit. Wenn man von Nachtarbeit redet, kann man eigentlich in einem Satz auch gleich die Substanz erwähnen die das alles überhaupt erst möglich gemacht hat, es ist … Kaffee. Gräßliche 2 Kannen voll mit starkem, schwarzem Kaffee. Ich muß das hier erwähnen denn dieses Getränk hatte erheblichen Anteil daran, dass wir am Freitag um 9:45 im Physikraum waren, etwas vorzutragen hatten und dabei noch aufrecht stehen konnten. Jetzt ist Sonntag, am Dienstag schreibe ich ne Geschichte-Arbeit….statt zu lernen sitz ich hier und schreibe nen Bericht (auf den eine Person glaub schon sehnsüchtig wartet….Ja ich meine dich ), spreche Schülern aus der Seele und denke mir insgeheim….Hey, morgen ist ja auch noch ein Tag…
