Erkenntnis zur Vergänglichkeit…
Dr.Elchs beitrag zu den SB-History Wochen. Dieser Blog ist frei nach dem Faberschen WwWw Rückblick und Vorausschau zugleich.
Ihr kennt den Hal Faber nicht? Nun, nein keine Sorge diese Tatsache stellt keine Bildungslücke dar, die unbedingt gestopft werden muss, aber schaden kanns ja auch nicht. Jeden Sonntag auf www.heise.de kann man hierzu fündig werden. “Was war, was wird” heisst dieses Kleinod der Internettradition.
Was hab ich schon Sonntagabende mit seinen interessanten Links verbracht…Überhaupt seit wann habe ich www.heise.de als meine Startseite… genau seit der Zeit als Online-Gaming für mich uninteressant wurde. Aber lohnt sich das hier überhaupt zu erwähnen? Ich denke ja, denn es beschreibt eine Grundsätzliche Einstellung gegenüber meines Handlungsspielraumes.
Ich setzte am besten die Nadel ein paar Jahre nach hinten… Hmm ich schwanke zwischen 1998,1999 und 2000. Ich glaub ich nehm die goldene Mitte. Gut, wir haben Frühjahr 1999 und ein Spiel names Counter-Strike sollte die Welt des Digitalen erblicken. Als Spiel von Fans für Fans revolutionierte ein kostenloser Mod für Half-Life die komplette Internetgemeinschaft. Es muss ein glücklicher(?) Zufall gewesen sein, dass dieses Spiel noch in die Zeit des Internetbooms gefallen, ich hätte seinen Erfolg sonst wohl bezweifelt.
Jedenfalls war auch ich diesem Stück Datenschrott verfallen. Fasziniert von der Spielidee gab ich all mein erspartes zu dieser Zeit für dieses Spiel aus. Erst sporadisch im Monat, dann Wöchentlich, dann Täglich. Meist im Internetcafe für 5Mark/Stunde damals noch. Verdammt, Online gaming zieht, proviziert, fasziniert und ambitioniert. Und irgendwann wird aus Fun Ehrgeiz. Das Verlangen nach dem Sieg, nach dem Gefühl etwas sehr gut zu können spornt zu einer weiteren Erhöhung der Dosis an. Willkommen in der Welt derer, die 6 Stunden pro Tag trainieren um ihren Level in diesem schnelllebigen Spiel halten zu können. Alle Zeit die man hat, investiert man in eine Sache, Affinität in Extremo.
Und dann?
Es gibt Sportler denen passiert das selbe. Eingenommen vom Rausch der Geschwindigkeit, der Jagd nach immer besseren Zeiten, Weiten, Höhen, Gewichten kann dieser Rausch schnell zum Lebensinhalt werden. Falls sich zu Affinität auch noch Talent gesellt kann daraus auch noch Erfolg werden. Erfolg wird anerkannt. Es ist schließlich Rühmenswert wenn man 100m unter 10 Sekunden rennt. Wer kann das schon?
Zurück zum Gaming. Spielen wir gleiches Szenario durch: Ich kann 100 Mann in weniger als 10 Sekunden platt machen. Endlich auch einmal ein Erfolgserlebnis. Aber dummerweise hat das niemand mitbekommen, tut mir leid. Naja, vielleicht ja beim nächsten Mal. Vielleicht noch mehr Trainieren….
Szenario beim nächsten Mal: Platz 1 auf einer Lanparty. Alles gewonnen, kein Problem. Ah und endlich Anerkennung. Alle 170 Mitspieler dieser Lan gratulieren dir. Zocken is also doch wie Sport.
*NÖÖÖÖT* Leider falsch. Denn wenn man darüber nachdenkt, sind die einzigen die dir auf die Schulter geklopft haben die Menschen, deren eigenen Erfolg auf de_dust ebenfalls keine Sau mitbekommen hat.
Wenn einem diese traurige Erkenntnis eines Tages bewusst wird , kann es für viele schon zu Spät sein. Soziale Isolation und Sonnenlichtmangel sind schon soweit fortgeschritten, dass alle deine Freunde komische Fantasienamen tragen und ihr euch täglich an einem Ort names IRC trefft.
Wünschen will ich es keinem.
Ich für meinen Teil habe die Kurve noch bekommen. Erkannt, dass Gaming nicht mehr als eine Freizeitbeschäftigung sein sollte. Man tuts wenn man Zeit hat, wenn nicht, lass es sein.
Zwar bist du dann nicht mehr der Beste auf irgendwelchen Lans, aber die Sonne scheint ja auch unter dem freien Himmel und nicht hinter der Schalousie.
Aber warum sollte man nicht auch als Freizeit Mausritter eine Lan bestreiten können? Vielliecht hat man ja noch ein wenig von vergangenem Können.
Das Können Vergänglich ist, habe ich erst wieder dieses Wochenende bemerkt. Meine Klassenkameraden luden mal wieder zu einer kleinen gemütlichen Zockerrunde mit ca. 15 Mann (Frauen sind Mangelware in diesen Kreisen) ein. Nach meiner Ankuft und anhaltendem Installieren der alten Games, die den Erfolg deiner Vergangenen Tage symbolisierten war die Tatsache das die Zeit nicht nach dir Halt macht nicht zu übersehen: Es klappt einfach nicht mehr. Nach 20 Minuten Gaming waren die Gründe warum ich diese Sache einst beendete zu groß vor mir zu sehen, als dass ich darüber hinwegblicken gekonnt hätte.
Die Lan war für mich in diesem Moment beendet.
Aber nicht nur diese Lan, all die Lans sind nun für mich beendet. Ich blicke zwar auf schöne Erlebnisse zurück, jedoch vermisse ich nicht. Ich habe alle Lans besucht die ich besuchen wollte, haben gespielt was ich spielen wollte. Nur eins bleibt noch: Die Lansinn in Täfferot. Mehr Sauf als Zocklan soll sie den abschließenden Punkt in einer langen Reihe von Lans und damit dieser Szene darstellen.
Mir ist bewusst was ich dieser Zeit zu verdanken habe und das ist nicht gerade wenig. Aber es ist hier nun Zeit endgültig den Punkt zu setzen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.
P.S: Ich weiß dieser Beitrag hat kaum Bieberstyle, und viele werden sich vielleicht fragen was das ganze soll. Aber vielliecht hab ich ja glück und du verstehst meine Aussage. Wenn ja: lass es mich wissen!
In diesem Sinne Dr.Elch.

